Ein Studium an einer Privatuniversität kann ganz schön teuer sein. An der SFU Berlin zahlt man 3.500€ pro Semester. Die meisten überlegen es sich angesichts des Preises lieber zwei mal, ob sich das lohnt und ob es eventuell eine Alternative gibt. Doch gibt es durchaus Argumente, die für ein privates Studium sprechen.

Vergleicht man die Summe, die man an einer staatlichen Universität durchschnittlich im Jahr ausgibt, mit der Summe an einer privaten kommen einige Fragen auf. Für was zahlt man und kann man das selbe Angebot nicht vielleicht auch umsonst haben?  Der erste Vorteil zeigt sich schon bei der Zulassung. Privatuniversitäten kämpfen oft mit dem Vorurteil, dass die Zulassung mit dem Kontostand der Eltern eng verknüpft ist. Auch wenn das ein Irrtum ist, gibt es dennoch verschiedene Systeme, die entscheiden, ob man an der Uni zugelassen wird oder nicht. Im Gegensatz zu staatlichen Universitäten zählen an den Privaten nicht nur die Qualifikationen, die dank des Abschlusszeugnisses und der Noten festgestellt wurden. Oft wird mit Motivationsschreiben und Bewerbungsgesprächen ermittelt, ob der/die Interessierte geeignet für den Studiengang ist. Und das mit Erfolg: Die Abbruchrate ist wesentlich geringer, 90% der Studierenden absolvieren ihren Abschluss sogar innerhalb der Regelstudienzeit. Simon Ludwig aus unserer Redaktion studierte zwei Semester deutsche Literatur und germanistische Linguistik an einer staatlichen Universität und beschreibt seine Erfahrungen wie folgt:

      „Simon-Ludwig-über-Universitäten.mp3“

Moderne Ausstattung und enge Betreuung

Die kleinen Lerngruppen an Privatuniversitäten werden ebenfalls oft als Vorteil empfunden. Dadurch geht zwar das “Campus-Gefühl” ein wenig verloren, jedoch läuft man nicht Gefahr, in der Masse unterzugehen und sich in einem überfüllten Hörsaal wiederzufinden. Aus der engen Betreuung folgt, dass auf Fragen besser eingegangen werden kann und das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden entspannter und weniger distanziert ist. Jeder kennt sich und mit den meisten ist man per “Du”. Das nimmt den Druck und so fühlt sich das ganze auch etwas weniger wie stringentes studieren an und mehr wie ein gemeinschaftlicher Austausch und gemeinsames Lernen. Beachtlich ist auch die Ausstattung. Der Studiengang Medien und Digitaljournalismus genießt an der SFU einen eigenen Medienraum mit neuen Mikrofonen und Computern, die einem die Möglichkeit geben, schon während des Studiums eigene Projekte umzusetzen.

 

Keine Angst vor weniger Qualität

Manche machen sich bei der Entscheidung, welche Universität die beste ist, auch Gedanken über die Qualität der Studiengänge. Diese Sorgen können jedoch getrost beiseite gelegt werden: Seit der Bologna Reform durchlaufen alle Studiengänge den selben Akkreditierungsprozess- egal ob privat oder staatlich. Das soll garantieren, dass alle Studiengänge auf dem selben Niveau sind. Somit sollte das Vorurteil der Privatstudierenden, die nichts für ihre Noten leisten, müssten auch vom Tisch sein. Unterschiede bezüglich des Schwierigkeitsgrades können durch die unterschiedliche Bewertung kommen. Während konventionelle Universitäten immer noch auf die klassische Benotung setzen, zählt an Privatunis immer mehr die praktische Leistung und nicht nur das theoretische Wissen. Dadurch kann eine private Schule auch eine gute Lösung für diejenigen sein, die sich in der Schule mit dem Pauken schwer getan haben und ihre Stärken mehr in der Umsetzung von Ideen und im “Learning by Doing” sehen.

Fazit

Ein allgemeines Fazit zu ziehen ist natürlich schwer. Jedoch sollte man bei der Suche nach einer passenden Bildungsstätte den Fokus nicht nur auf die konventionellen Optionen legen. Oft können Privatuniversitäten besser auf individuelle Bedürfnisse eingehen und bieten modernere und mehr zukunftsorientierte Studiengänge an. Egal wofür man sich entscheidet: Eine ausgiebige Recherche ist in jedem Fall wichtig. Oft kann es auch helfen, sich mit aktuellen Studierenden auszutauschen. Jedoch kann der hohe Preis ein Minuspunkt sein. Inzwischen gibt es aber immer mehr Studienkredite, deren Herausgeber mit den Universitäten zusammen arbeiten.

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