Wenn “Chuck Norris” und “Katharina die Große” ein Kind bekommen hätten, würde dieses vermutlich nicht mal ansatzweise an die Brillanz von Tim Münster herankommen. Jedes Mal wenn sich diese imposante, engelsgleiche Erscheinung meinem Sichtfeld nähert, bekomme ich Herzrasen und es läuft mir behaglich den Rücken herunter. Glücklicherweise habe ich das Privileg Tim Münster sehr oft sehen zu können, da wir zusammen studieren und er mich darüber hinaus im Glanzlicht seiner Großzügigkeit einen Monat in seinem schlossartigen Anwesen wohnen ließ, als ich temporär ohne gültige Postanschrift war. Aber auch die ganz Großen dieser Welt haben das Leben als Lehrveranstaltung begriffen und versuchen sich konstant weiterzuentwickeln.

 

Der nachdenkliche, aber schelmische Tim Münster

Der nachdenkliche, aber schelmische Tim Münster

Das geht natürlich auch Tim Münster so. Deswegen hat er sich neben seinem straffen Trainingsplan (jeden Morgen 2km Schwimmen, 10 km Laufen und 30 km Fahrradfahren) und seiner Arbeit als Coca-Cola und Salami-Baguette Lobbyist die Zeit genommen, seinen Horizont hinsichtlich veganem Essen zu erweitern. Wie durch eine göttliche Fügung war es mir möglich diesem historischen Augenblick beizuwohnen und ein paar “Behind-The-Scenes” Informationen zu liefern.

 

Die Anreise

Von unserem Uni-Standort am Tempelhofer Flughafen wollten wir alle gemeinsam den Bus nehmen, da dieser laut der BVG-App am Schnellsten zum Tianfuzius am Viktoria-Luise-Platz führen sollte. Lediglich der investigative Querdenker Tim Münster hatte einen anderen Plan und entfernte sich somit von der Gruppe, um die U-Bahn zu nehmen. Niemand widersprach oder folgte ihm, um diesen Moment des Triumphs zu stören. Natürlich hatte Tim Münster Recht und empfing uns wenig später triumphal am Treffpunkt mit den Worten: “Ich hab´s euch doch gesagt. Bin schon seit 15 Minuten hier.” Um diesen weiteren Erfolg im münsterlichen Leben gebührend zu feiern, wurde sich das ein oder andere hopfenhaltige Kaltgetränk in den alten Gierschlund gefräst. Ab dann legte Tim Münster richtig los und war kaum noch zu bremsen. Neben Anekdoten von seinem Antarktis-Marathon lieferte er noch weiteren erstklassigen Tim Münster Content, der im Folgenden als Protokoll zusammengefasst wird:

 

Das Essen

17:44 Uhr: Tim Münster möchte nach Hause, nachdem er dafür kritisiert wird, dass er seinen Kronkorken in die Natur geworfen hat. Er wird nahezu laut und ausfallend.

17:56 Uhr: Tim Münster merkt kritisch an, dass er nicht versteht, warum Insekten nicht vegan seien. Das ergebe keinen Sinn und “die Leute können mich alle mal am Arsch lecken.”

18:12 Uhr: Tim Münster lacht herzhaft und fragt sich, ob er mit seiner Cousine befreundet ist.

18:15 Uhr: Tim Münster fragt gereizt: “Man, das macht doch alles keinen Spaß hier… Was zum Teufel ist Wann Tann?”

18:17 Uhr: Tim Münster hat sich nachdem er das Wan Tan bestellt hat, ein wenig beruhigt, weil “man kann mit Frittiertem nicht so viel falsch machen, wenn man ordentlich Salz drauf haut”. Jetzt läuft er regelrecht zu Hochform auf, und doziert mit seiner väterlichen, verständnisvollen Art darüber, dass Berge per Definition mindestens 1500 Meter hoch sein müssten. Somit sei der höchste Berg Dänemarks also eigentlich gar kein richtiger Berg.

18:22 Uhr: Tim Münster hat den Anlass falsch eingeschätzt und denkt “wir sind doch zum Feiern hier”. Großzügig wie eh und je bestellt er die zweite Flasche Prosecco.

18:31 Uhr: Tim Münsters Laune kippt schlagartig, als er sein Hauptgericht bekommt. Auch nach intensiver, saltbae-esken Salzbehandlung scheint ihm seine “veganistische Ente” nicht zu schmecken und er merkt feurig geladen an, dass er von Anfang an nichts von dieser Idee gehielten habe.

18:34 Uhr: Der Prosecco zeigt seine Wirkung und Tim Münsters Ausstrahlung hat wieder viel von der eines Mönches in Tibet. Wir tauschen unsere Gerichte und mein vegetarisches GongBao-Hühnchen schmeckt ihm tierisch. Der leckere Geschmack im Mund wird nun mithilfe einer schönen Iqos- Ladung veredelt und Tim Münster sieht aus, als hätte er gerade ein intensives Wellness-Wochenende in einem österreichischen Berghotel hinter sich. Mission accomplished!!!

23:19 Uhr: Tim Münster ist sich auch nach einigen vergangenen Stunden und zahlreichen Kaltgetränken später sicher, dass es in Dänemark auf jeden Fall keine offiziellen Berge gibt.

 

Vielleicht ist so ein (Nicht-)Bergsteiger-Trip nach Dänemark Inhalt der nächsten Tim Münster Challenge. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Held unsere Geschichte auch diese mit Leichtigkeit lösen würde.