Meine Studienzeit stellt sich anders dar, als für die meisten anderen Studierenden. Meine Studiengebühren werden von meiner Mutter übernommen und auch insgesamt wird mein Leben von ihr finanziert. Als solches muss ich nicht, wie die meisten meiner Komilitonen, nebenbei arbeiten. Jetzt haben diese entschieden eine Tim-Challenge zu kreieren. Dabei muss ich Dinge tun, die ich ansonsten in meinem Alltag eher umgehen würde oder generell nicht auf die Idee komme das zu tun. Als erste Challenge wurde mir gesetzt, in einem veganen/ vegetarischen Restaurant zu essen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Bevor wir die Höhle des Löwen betreten und ich mich dem vegetarischen Huhn oder doch der vegetarischen Ente stelle, sitzen wir zusammen nahe dem Restaurant (Tianfuzius, Regensburger Straße 1). Auf dem Viktoria-Luise-Platz wird zu dem Zeitpunkt ein Film gedreht. Wir albern zusammen herum und ich kann fast vergessen, was danach passieren wird, doch nicht ganz und ich mache meinem Unmut darüber auch ein wenig Luft.

 

 

In das Ungewisse

Um 18 Uhr gehen wir bereits eine halbe Stunde zu früh zu dem Restaurant. Bin ich schon mental darauf vorbereitet? Werde ich das hier alles überleben? Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf als wir uns auf den Weg zu dem Restaurant machen. Meine Antworten darauf sind generell “nein”.

Ohne Rücksicht wird mir eine Karte hingelegt und ich muss mich entscheiden. Eine schwierige Entscheidung, die mein Leben verändern könnte. Was ist, wenn ich das hier wirklich gut finde? Werde ich dann plötzlich Vegetarier? Muss ich auf so viele Dinge dann verzichten, weil mein Erfahrung in diesem Restaurant gut war? Viele Fragen schwirren mir durch den Kopf unter anderem auch, warum nahezu jedes zweite Gericht vegetarisches Fleisch enthält: Vegetarische Ente, vegetarisches Hühnchen und sogar vegetarische Shrimps. Schmecken die alle wirklich so, wie das tierische Original dazu? Und ist das wirklich so wichtig? Warum werden nicht die wahren Bestandteile genannt und dann gesagt wie es schmeckt? In anderen Restaurants heißt es ja auch nicht krokodilisches Hühnchen, sondern einfach Krokodil. Meine Komillitonen scheinen eine Menge Spaß daran zu haben, mir bei meiner Auswahl des Gerichtes beizuwohnen. Als ich “Wan Tan” erwähne, sorgt das für allgemeine Belustigung.

 

Meine Auswahl ist einfach gestrikt. Wan Tans mit Süßsauer Sauce, da diese frittiert sind. Im Endeffekt etwas Frittiertes mit süßsauer Soße, was kann da schon schief gehen? Und als Hauptspeise dann vegetarische Ente, ebenfalls mit süßsauer Soße. In diesem Fall hoffe ich, dass wenn ich die Ente nicht mag, dass ich sie in süßsaurer Soße ertränken kann. Zum Abschluss bestelle ich noch eine Flasche Sekt für den Tisch. Und ich täusche vor, dass es wegen der Festlichkeiten des gemeinsamen Essen sei.

Die Vorspeise: Wan Tan

Ich sollte Recht behalten mit der Vorspeise. Frittierter Teig mit süßsaurer Soße ist das gleiche ob im vegetarischen oder irgendeinem anderen Restaurant: nicht sonderlich gesund, aber schmecken tut es. Ich genieße die Vorspeise und den Sekt und hoffe, dass es auch so weiter geht.

Das große Erwachen

Die Ente ist, wie im Video erwähnt, zweideutig zu verstehen. Auf der einen Seite ist es eine vegetarische Ente und auf der anderen Seite ist es ein Reinfall (häufig auch “Ente” genannt). Mir war von Anfang an nicht wichtig, ob es wie Ente schmeckt, doch was ich da vor mir hatte, hat nicht mal im Ansatz danach geschmeckt. Wichtig war mir aber vor allem, dass mir das Essen allgmein schmeckt. Das ist ebenfalls nicht der Fall. Auch einige um mich herum sind nicht von der Ente überzeugt und mein Plan die Ente in der Soße zu ertränken, klappt auch nicht wie geplant.

Die Rettung in größter Not

Mein Ritter in strahlender Rüstung erscheint. Er bietet mir etwas von seinem Teller (vegetarisches Hühnchen) an. Julian rettet mich aus meiner misslichen Lage, denn sein Gericht schmeckt mir wesentlich besser. Wenn man mich fragen würde, hat das wie Hühnchen geschmeckt, würde ich dazu sagen: “Weiß ich nicht.” Es interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht. Mir hat es geschmeckt und das ist was mich interessiert. Ich habe keinen Fleischersatz gesucht. Ich wollte nur schmackhaftes Essen.

 

Fazit

Ich hatte ein wenig Pech bei der Auswahl. Sowas kann natürlich in jedem Restaurant passieren. Mein Gericht hat mir nicht geschmeckt, dafür aber ein anderes. Würde ich es nochmal machen? Ich würde wahrscheinlich nicht von mir aus in ein vegetarisches Restaurant gehen, doch hat mir diese Erfahrung sicherlich gezeigt, dass es auch für mich dort etwas gibt. Werde ich jetzt anfangen vegetarisch zu essen? Nein, das werde ich nicht. Ich habe ein viel zu große Liebe zu Fisch. Ich liebe Fisch und komplett darauf zu verzichten, bildet sich in meinem Kopf als unmöglich ab. Könnte ich auf Fleisch außerhalb von Fisch verzichten? Ja, das kann ich mir durchaus vorstellen. Darüber habe ich auch schon mehrfach nachgedacht und zumindest zum Teil meinen Fleischkonsum verringert. Früher habe ich noch Salami und Wurst zum Frühstück in recht großen Mengen gegessen und darauf schon vor Jahren verzichtet.

Für einen tieferen Einblick hinter die Kulissen hat Julian gesorgt mit seinem (etwas überzogenem) Artikel.

Wenn ihr Anregungen oder Fragen habt, nutzt doch die Kommentar- oder Kontaktfunktion und gerne nehmen wir auch Vorschläge für weitere Challenges entgegen.